Child Theme

Was ist ein WordPress Child Theme?

Wenn du an deiner WordPress-Seite schraubst, stolperst du früher oder später über den Begriff „Child Theme“. Klingt erst mal nach unnötiger Komplexität, ist aber tatsächlich deine Lebensversicherung für individuelle Anpassungen. Stell es dir wie eine transparente Folie vor, die du über ein Gemälde legst: Du kannst auf der Folie malen, ohne das Originalbild darunter dauerhaft zu verändern.

Technisch gesehen ist ein Child Theme eine Erweiterung, die alle Funktionen und das Design des übergeordneten „Parent Themes“ (also dein Haupt-Theme) erbt. Der Clou dabei ist die Trennung von Basis und Anpassung.

Warum du nicht direkt im Haupt-Theme arbeiten solltest

Viele machen am Anfang den Fehler und ändern CSS-Regeln oder PHP-Code direkt in den Dateien des gekauften Themes. Das sieht erst mal gut aus, führt aber spätestens beim nächsten Klick auf „Aktualisieren“ zum Problem.

  • Update-Sicherheit: Wenn der Theme-Entwickler ein Update rausbringt (was er für Sicherheit und Features tun sollte), werden alle Theme-Dateien überschrieben. Deine Änderungen im Code? Die sind dann weg. Ein Child Theme verhindert genau das, weil deine Anpassungen in separaten Dateien liegen, die vom Update des Parent Themes nicht angefasst werden.
  • Fehlersuche: Falls du dich mal im Code vertust und die Seite „weiß“ bleibt (White Screen of Death), ist es oft einfacher, den Fehler im überschaubaren Child Theme zu finden, als in den tausenden Zeilen des Haupt-Themes zu suchen. Zur Not schaltest du das Child Theme einfach ab und das Parent Theme läuft weiter.
  • Saubere Struktur: Du hältst deinen eigenen Code getrennt vom fremden Code. Das macht die Wartung langfristig viel entspannter, besonders wenn du später mal Hilfe von einem Entwickler brauchst.

Wichtig zu wissen:

Ein Child Theme brauchst du zwingend, sobald du Änderungen an den Dateien (z.B. header.php, functions.php) vornimmst. Wenn du nur Farben im Customizer änderst oder einen Page-Builder nutzt, speichern diese Tools das oft in der Datenbank – da ist ein Child Theme nicht immer zwingend, aber als „Best Practice“ trotzdem zu empfehlen, um für die Zukunft sauber aufgestellt zu sein.

Wie funktioniert es technisch?

Ein Child Theme besteht im minimalen Fall nur aus einem Ordner und zwei Dateien:

  • style.css: Hier sagst du WordPress: „Ich bin ein Child Theme von Theme XY“ und hier kommen deine eigenen CSS-Designanpassungen rein.
  • functions.php: Hier kannst du Funktionen hinzufügen oder bestehende Funktionen des Parent Themes überschreiben.

Sobald du das Child Theme aktivierst, lädt WordPress erst das Parent Theme und „überschreibt“ dann die Stellen, die du im Child definiert hast. So bleibt dein Design stabil, egal wie viele Updates das Haupt-Theme noch bekommt.