Zugriffsrechte

Zugriffsrechte – Oder: Warum der Praktikant keine Admin-Rechte braucht

Stell dir vor, du gibst jedem Besucher in deinem Büro den Generalschlüssel für das gesamte Gebäude. Inklusive Serverraum, Chefbüro und Buchhaltung. Klingt nach einer katastrophalen Idee? Ist es auch. In der digitalen Welt passiert genau das aber erschreckend oft.

Zugriffsrechte (oder Berechtigungen) regeln in IT-Systemen ganz genau, wer was sehen, bearbeiten oder löschen darf. Das Ziel ist eine saubere Struktur, die dein Unternehmen schützt, ohne die Arbeitsprozesse auszubremsen.

Warum wir das „Need-to-know“-Prinzip brauchen

In der IT-Sicherheit sprechen wir oft vom „Principle of Least Privilege“. Auf Deutsch: Jeder bekommt nur so viele Rechte, wie er für seine aktuelle Aufgabe unbedingt braucht. Nicht mehr und nicht weniger. Das hat drei handfeste Gründe:

  1. Sicherheit: Wenn ein Benutzerkonto gehackt wird, das nur eingeschränkte Rechte hat, ist der Schaden begrenzt. Ein Admin-Konto in den falschen Händen hingegen gefährdet das gesamte System.
  2. Datenschutz: Gerade im Umgang mit Kundendaten oder dem Privatvermögen von Mandanten schreibt die DSGVO vor, dass nur berechtigte Personen Zugriff haben dürfen.
  3. Schutz vor Fehlern: Wer keine Rechte hat, wichtige Systemdateien zu löschen, kann auch nicht versehentlich am Freitagabend die komplette Datenbank zerschießen.

Typische Ebenen der Zugriffsrechte

Je nach System (ob WordPress, Cloud-Speicher oder CRM) gibt es verschiedene Abstufungen. Meistens sieht das so aus:

  • Administrator: Der „Gott-Modus“. Darf alles installieren, löschen und Benutzer verwalten. Das sollte wirklich nur derjenige haben, der das System wartet.
  • Redakteur / Bearbeiter: Darf Inhalte erstellen, bearbeiten und veröffentlichen, aber nicht an den Grundeinstellungen des Systems schrauben.
  • Autor / Mitarbeiter: Darf eigene Inhalte erstellen, aber oft nicht einmal diese selbstständig veröffentlichen oder Inhalte anderer löschen.
  • Leser / Gast: Darf nur schauen, nichts anfassen.

Mein Rat für die Praxis

Viele Firmen rutschen in Probleme, weil es im Alltag „einfacher“ erscheint, jedem schnell Admin-Rechte zu geben, statt eine neue Rolle zu konfigurieren. Das ist fahrlässig.

Setz deine Berechtigungsstruktur einmal sauber auf. Prüfe regelmäßig, ob ausgeschiedene Mitarbeiter noch Zugang haben oder ob jemand Rechte besitzt, die er für seinen Job gar nicht mehr braucht. Eine strikte Vergabe von Zugriffsrechten ist keine Schikane, sondern eine elementare Absicherung deines Business.