WP-CLI

WP-CLI: WordPress ohne Maus steuern

Wenn wir über WordPress-Administration sprechen, denken die meisten sofort an das Dashboard (/wp-admin). Das ist bequem, aber oft langsam. Hier kommt WP-CLI ins Spiel. Das Kürzel steht für „WordPress Command Line Interface“. Kurz gesagt: Du steuerst deine WordPress-Installation komplett über die Kommandozeile (Terminal), ohne dich jemals im Browser einzuloggen.

Das mag für Einsteiger erst einmal abschreckend wirken, ist aber für die professionelle Wartung und Entwicklung ein absoluter Gamechanger. Statt dich durch Menüs zu klicken, führst du Textbefehle aus, die Aufgaben in Millisekunden erledigen.

Warum wir auf WP-CLI setzen

In der täglichen Arbeit mit komplexen Systemen bringt uns das Tool massive Vorteile:

  • Geschwindigkeit: Updates für den Core, Themes oder Plugins lassen sich mit einem Einzeiler erledigen. Ein Befehl wie wp plugin update --all aktualisiert alles in einem Rutsch, während du im Backend noch dem Ladebalken zuschauen würdest.
  • Automatisierung: Wir können Routineaufgaben per Cronjob automatisieren. Backups erstellen, Caches leeren oder Spam-Kommentare löschen passiert so im Hintergrund, ohne dass jemand Hand anlegen muss.
  • Datenbank-Operationen: Das ist oft das Killer-Feature. Wenn eine Seite auf eine neue Domain umzieht (z.B. von Staging auf Live), müssen alle URLs in der Datenbank angepasst werden. Mit wp search-replace erledigen wir das sauber und serialisierungssicher. Das verhindert kaputte Widgets oder Layouts, die bei manuellen SQL-Befehlen oft entstehen.
  • Fehlersuche: Wenn ein Plugin deine Seite lahmlegt und du nicht mehr ins Backend kommst, kannst du es über WP-CLI einfach deaktivieren (wp plugin deactivate plugin-name) und die Seite ist sofort wieder erreichbar.

Voraussetzungen

Damit du WP-CLI nutzen kannst, muss dein Hoster SSH-Zugang anbieten und das Tool auf dem Server vorinstalliert haben (oder die Installation zulassen). Bei billigen Shared-Hosting-Paketen fehlt das oft, weshalb wir für professionelle Projekte immer auf entsprechende Infrastruktur achten.


Wichtig zu wissen: WP-CLI ist ein mächtiges Werkzeug. Ein falsch getippter Befehl kann theoretisch deine ganze Installation löschen oder die Datenbank unbrauchbar machen. Backups sind hier also Pflicht, bevor man „Enter“ drückt. Wenn du dir unsicher bist, lass lieber Profis ran, die das System sauber aufsetzen und warten.